Lippe
Vermittler zwischen Mensch und Natur: Ranger aus Lippe und Bielefeld arbeiten zusammen
15.Okt · Detmold Connect Redaktion

ontrollieren gemeinsam im Naturschutzgebiete (NSG) Menkhauserbachtal/ Schobketal (v.l.): Die Range Maximilian Köhn, Thomas Junghöfer und Aaron Gellern.
Fotograf: Kreis Lippe · Bildquelle: Kreis Lippe
Lippe/Bielefeld. Sie reparieren Schilder, halten Wanderwege instand und sammeln wilden Müll ein: Die Ranger in Bielefeld und im Kreis Lippe übernehmen vielfältige Aufgaben. An der Grenze zwischen beiden Gebieten überschneiden sich ihre Einsatzbereiche. Deshalb kontrollieren sie im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit regelmäßig den Zustand der dortigen Naturschutzgebiete. Die Kooperation besteht seit 2025. Für Thomas Junghöfer, Ranger beim Kreis Lippe, war der Austausch mit den Bielefelder Kollegen besonders wertvoll, als seine Stelle neu eingerichtet wurde. „Meine Stelle war im Kreis Lippe komplett neu. Daher habe ich mich an meinen ersten Diensttagen an die Kollegen in Bielefeld gewandt und dort hospitiert. Der Austausch hat wesentlich dazu beigetragen, meine Einsätze effizient und qualitativ zu planen“, berichtet Junghöfer. Aaron Gellern, Ranger von Wald und Holz NRW im Stadtgebiet Bielefeld, hebt ebenfalls die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor. Die Bielefelder Ranger seien bereits seit einigen Jahren aktiv gewesen und hätten ihre Erfahrungen direkt weitergeben können. Gerade in der Anfangszeit sei das wichtig gewesen. Generell sei ein reger Austausch unter Rangern sinnvoll, um neue Ansätze auszuprobieren und erfolgreiche Maßnahmen zu übernehmen. Gemeinsame Kontrollen in den Naturschutzgebieten In Bielefeld ist Aaron Gellern bereits seit 2019 als Ranger im Einsatz. 2022 erhielt er mit Maximilian Köhn Verstärkung. Die Bielefelder Ranger sind Mitarbeiter des Regionalforstamts Ostwestfalen-Lippe. Unterstützt wird das Projekt durch die Stadt Bielefeld, Vertreter des Privatwaldes, den Bielewald e. V. und Arminia Bielefeld. Die Rangerstellen sind zunächst bis Oktober 2027 befristet. Im Kreis Lippe ist Thomas Junghöfer seit Sommer 2025 als Ranger der unteren Naturschutzbehörde unterwegs. Die Zusammenarbeit konzentriert sich vor allem auf den kreisübergreifenden Naturschutz und die Waldgebiete. Dazu gehören das Naturschutzgebiet Menkhauserbachtal/Schobketal, das Naturschutzgebiet Östlicher Teutoburger Wald sowie die Naturschutzgebiete Windwehetal und Windweheniederungen. Das gemeinsame grenzübergreifende Einsatzgebiet umfasst nach Angaben des Kreises mehr als 150 Hektar. „Naturschutz hört nicht an einer starren Grenze auf. Wenn wir als Bielefelder Ranger etwas in Lippe feststellen, können wir das direkt an den Kollegen melden und umgekehrt. Eine erhöhte Präsenz in den Gebieten von beiden Seiten ist natürlich auch ein Vorteil“, erklärt Gellern. Auch Junghöfer sieht klare Vorteile in der Kooperation. Der gezielte Austausch helfe dabei, sich fachlich weiterzuentwickeln und auf dem Laufenden zu bleiben. Zudem könnten Anliegen von Bürgern und Probleme vor Ort auf kurzem Dienstweg gelöst werden. Beide Ranger sind sich einig, dass die Zusammenarbeit eine bestmögliche Betreuung der Naturschutzgebiete unterstützt. Weitere gemeinsame Aktionen geplant Die Kooperation soll künftig weiter ausgebaut werden. Geplant sind zusätzliche gemeinsame Gebietskontrollen, insbesondere an besucherstarken Tagen. Außerdem sollen gemeinsame Müllsammelaktionen in den Bachtälern stattfinden. Ein weiterer Termin steht bereits fest: Im März 2027 tagt die Bundesnaturwacht der Deutschen Ranger in Bielefeld. Bei dieser Gelegenheit soll auch die interkommunale Zusammenarbeit vorgestellt werden. Ranger als Vermittler zwischen Mensch und Natur Der Arbeitsalltag der Ranger ist abwechslungsreich. Mal beginnen ihre Einsätze in den frühen Morgenstunden, mal sind sie unterwegs, wenn die Sonne untergeht. Auch an Wochenenden und Feiertagen kontrollieren sie die Gebiete – besonders dann, wenn viele Menschen in der Natur unterwegs sind. „Als Vermittler zwischen Natur und Mensch sind wir für jeden ansprechbar. Wir wollen ein Bindeglied zwischen Bürger und Behörde sein. Wir passen darauf auf, dass Menschen die Lebensräume von Tieren und Pflanzen respektieren und die Natur entsprechend achten. Man braucht also keine Angst vor uns haben“, erklärt Maximilian Köhn, Ranger von Wald und Holz NRW im Stadtgebiet Bielefeld. In Bielefeld gehört auch die Umweltbildung zu den Schwerpunkten der Arbeit. Die Ranger besuchen Kindergärten und Schulen und bieten offene Rangertouren an. Im Kreis Lippe liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Kontrolle des Vertragsnaturschutzes. Außerdem ist der Ranger Ansprechpartner für verletzte Greifvögel und kümmert sich montags und mittwochs um die Wasserbüffel in Lage-Müssen. Der Aufgabenbereich des Rangers in Lippe umfasst nach Angaben des Kreises insgesamt rund 14.000 Hektar Naturschutzgebiete. Diese Angabe bezieht sich auf seine umfassendere Tätigkeit im Kreisgebiet und nicht allein auf die gemeinsame Zusammenarbeit mit den Bielefelder Rangern. Die Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig der Austausch über kommunale Grenzen hinweg ist. Durch gemeinsame Kontrollen, fachliche Unterstützung und geplante Aktionen wollen die Ranger dazu beitragen, wertvolle Lebensräume zu schützen und das Verständnis für die Natur zu stärken. Bildnachweise: © Kreis Lippe Bild 1: Gemeinsame Kontrolle im Naturschutzgebiet Menkhauserbachtal/Schobketal (von links): die Ranger Maximilian Köhn, Thomas Junghöfer und Aaron Gellern.
Quelle: Kreis Lippe
